Sunday, October 15, 2006

Schweizer im Chinarausch, nicht berauschend

Die Sendung Dok (SF 1, Montag, 09.10.2006, 22:20 Uhr) machts deutlich: die Schweizer im Chinarausch sind nicht gerade berauschend.
Zum Einen ist da Sep Trittibach, Geschäftsführer für die Fabriken von SSM und Satisloh in China. Zum Anderen Gerad Dubois, der chinesische Gipfelikönig und Inhaber der Firma "La rose noire". Drittens Erwin Herren, VR-Präsident von Metar Machines.

Grundsätzlich sei hier festgehalten, dass es trotz allem bemerkenswert ist, was die Herren im fernen China erreichen. Fragwürdig sind nur deren Methoden und Machenschaffen. Es macht den Anschein als hätten zwei der drei Herren die Schweizer Werte zu Hause gelassen.

So bezeichnet Sep Trittibach seine chinesischen Zulieferanten als Zitat "dummi Sieche" und regt sich über deren offenbare Inkompetenz auf. In der Schweiz, so Trittibach, könne bereits ein Drittlehrjahrstift ein mechanisches Teil mit der geforderten Präzision herstellen.
Ja, Herr Trittibach, das mag wohl sein. Sie haben aber eines vergessen: Sie sind in China! Also verlangen Sie bitte nicht schweizer Qualität und Präzision zu chinesischen Preisen. Ebenso verhält es sich mit der von Trittibach gestellten ja/nein Frage und der geforderten präzisen Antwort. Es erstaunt mich sehr, dass einer der von sich selbst behauptet, dass er die asiatische und im speziellen chinesische Kultur kenne, eine solche Frage überhaupt wagt zu stellen. Weiss doch beinahe jedes Kind in der Schweiz, dass solche Antworten einem Chinesen nie und nimmer gestellt werden dürfen. Glauben Sie mir Herr Trittbach: auch Chinesen können unter angenehmen Arbeitsbedingungen (wie sie z.Bsp. in der Schweiz herrschen) viel besser arbeiten.

Gerard Dubois versucht es mit anderen Methoden. Er schreit seine Mitarbeiter kategorisch und in schlechtem Englisch lieber an. So hofft er, dass sein, von ihm als dumm dargestelltes, chinesisch Personal mehr leistet. Die Rechnung wird in den ersten paar Monaten wohl aufgehen, keine Frage. Aber langfristig können solche Methoden die Moral der Mitarbeiter nicht stärken und somit das Unternehmen nicht weiterbringen. Die Zeiten des Kommunismus und der Unterdrückung gehen auch in China und erstrecht in Hongkong dem Ende zu. Vieleicht, lieber Herr Dubois, würde Ihnen eine Reise nach Europa wiedermal gut tun um zu sehen wie es auch geht. Und vergessen Sie bitte eines nicht: Sie sind ein schweizer Botschafter ob Sie es wollen oder nicht. Also verhalten Sie sich doch aus so.

Und dann ist da noch Erwin Herren. Der einzige, der es wirklich schafft den Spagat der Kulturen zu meistern. Well done, Herr Herren!

zum Nachlesen:
Dok, SF1

No comments: