Friday, October 27, 2006

Swisscom zahlt Lehrgeld

Erstaunlich. Erstaunlich, dass Swisscom damals überhaupt den Outsourcing-Auftrag von den SBB bekam. Erstaunlich deshalb, weil Swisscom IT Services bisher auf dem Markt nicht gerade als Outsourcing-Dienstleiter bekannt ware. T-Systems hingegen schon. Aber weshalb kann ein Knowbody im Outsourcing-Markt einen Outsourcing-Deal gewinnen? Und weshalb regen sich dann alle auf, wenn es dann doch nicht klappt und festgestellt werden muss, dass Swisscom IT Service weder über die richtigen Skills noch über die notwendige Infrastruktur verfügt? Einfach nur erstaunlich.

Friday, October 20, 2006

"An Inconvenient Truth": Pflicht für alle

Der Film "An Inconvenient Truth", in welchem der frühere US-Präsident- schaftskandidat Al Gore eindrücklich zeigt, was mit der Umwelt zu passieren droht, ist sehr sehenswert. Nur schon alleine die Vorschau ist atemberaubend. Aber nicht atemberaubend schön, wie das normalerweise gesagt wird, sondern atemberaubend erschreckend. Alleine schon deshalb, weil endlich jemand zusammengefasst zeigt, was Wissenschaftler schon lange in Worten beschreiben oder Nachrichtensendung tagtäglich ausstrahlen. Und wenn man genau nachdenkt ist es umso autemberaubender weil der Film aus Amerika kommt. Dem Land, welches in der weltweiten Umweltverschmutzerstatistik ganz weit oben steht. Und mit einem Verbraucheranteil von 25% an der weltweiten Oelfördermenge sogar führend ist.

So ist dann auch die Kritik von Wissenschaftlern durchwegs positiv. Klar, das ein oder andere Detail wird weggelassen oder vereinfacht dargestellt. Aber gesamthaft gesehen zeige der Film, so nahmhafte Wissenschaftler, die Wirklichkeit.

Es würde daher Sinn machen, den Film zur Pflichtlektüre für alle zumachen. Nur, schauen alleine nützt unserem Planeten ja auch nichts. Deshalb liebe Leser, wenn Sie den Film im Kino schauen, fahren Sie doch mit dem Tram hin.

zum Nachlesen und -schauen:
"An Inconvenient Truth" - Trailer
Filmkritik
20 Top-Umweltverschmutzer berate in Mexiko

Wednesday, October 18, 2006

Wie tief kann eine Sendung sinken?

10vor10 ist das Flaggschiff des Schweizer Fernsehen SF1, sollte man meinen. Aber diese ehemalige, journalistisch gut gemachte und europaweit bekannte Nachrichtensendung verkommt immer mehr zum Boulevardmagazin.
Die gestrige Ausgabe, moderiert von Stephan Klapproth, berichtete unter Anderem über den Aufstieg von Vicky Leandros.

Der Text auf sf.tv lautet dann auch:

<<
Kopf des Tages: Vicky Leandros
Die Schlagersängerin Vicky Leandros änderte heute ihr Lebensziel: Sie wurde überraschend in den Stadtrat von Piräus gewählt und will ab sofort nicht mehr wie in ihrem bekannten Lied nach Lodz sondern lieber nach Piräus.
>>

Fragwürdig ist nicht einmal ob ein solches Thema in die Sendung gehört sondern vielmehr deren journalistische Aufbereitung. Der Bericht war dem 10vor10 Team offenbar derart wichtig, dass dafür 76 Sekunden Sendezeit in Anspruch genommen wurden. Die Aufarbeitung aber derart plump und den Konsumenten nicht würdig, sodass es den Zuschauer schaudern liess.

Gibt es nicht wichtigere Themen wie z.Bsp. die Beinflussung der Managersaläre durch Manager aus Schwellenländer wie Indien oder für was das Schweizer Fernsehen die zusätzlichen knapp Fr. 80 Mio. beantragten Einnahmen an Konsesszionsgelder verwenden will?

Wie tief kann eine Sendung wirklich sinken?

Zum Nachschauen
10vor10, 17. Oktober 2006

Monday, October 16, 2006

Zeitung ohne Frühzustellung....

....will niemand! Gehe mich mal davon aus. Trotzdem, meine Bemühungen eine wirkliche Zeitung (im Gegensatz zu den dünnen und faden Medien wie 20-Minuten oder heute) zu abonnieren, scheiterten leider kläglich. Dort wo ich wohne gibt es keine Frühzustellung! Und das obwohl es sich immerhin um eine Gemeinde mit mehr als 3000 Einwohner handelt. Das Potential wäre da, also mache ich dem Verlag einen Vorschlag und biete ihm an die Frühzustellung zu übernehmen. Leider auch das ohne Erfolg. Vor einem Jahr versicherte mir die gleiche Person noch, dass es bald einen Ausbau in meiner Region und speziell an meinem Wohnort gebe. Heute aber und das erstaunt doch sehr, sei der Ausbau gestoppt und daher noch nicht absehbar wann ich die Zeitung bereits am Morgen in den Händen halten könne.

Schade, lieber Zeitungsverlag. Da hat man doch den Willen ein Zeitung zu abonnieren und dem Blättersterben mit Fr. 342/Jahr entgegeben zu wirken. Doch offenbar ist dies nur von einseitigem Interesse und so werde ich wohl weiterhin die Gratiszeitungen lesen. Frustriert und enttäuscht aber immerhin ein bisschen informiert. Vieleicht habe ich ja nächstes Jahr mehr Glück.

Sunday, October 15, 2006

Schweizer im Chinarausch, nicht berauschend

Die Sendung Dok (SF 1, Montag, 09.10.2006, 22:20 Uhr) machts deutlich: die Schweizer im Chinarausch sind nicht gerade berauschend.
Zum Einen ist da Sep Trittibach, Geschäftsführer für die Fabriken von SSM und Satisloh in China. Zum Anderen Gerad Dubois, der chinesische Gipfelikönig und Inhaber der Firma "La rose noire". Drittens Erwin Herren, VR-Präsident von Metar Machines.

Grundsätzlich sei hier festgehalten, dass es trotz allem bemerkenswert ist, was die Herren im fernen China erreichen. Fragwürdig sind nur deren Methoden und Machenschaffen. Es macht den Anschein als hätten zwei der drei Herren die Schweizer Werte zu Hause gelassen.

So bezeichnet Sep Trittibach seine chinesischen Zulieferanten als Zitat "dummi Sieche" und regt sich über deren offenbare Inkompetenz auf. In der Schweiz, so Trittibach, könne bereits ein Drittlehrjahrstift ein mechanisches Teil mit der geforderten Präzision herstellen.
Ja, Herr Trittibach, das mag wohl sein. Sie haben aber eines vergessen: Sie sind in China! Also verlangen Sie bitte nicht schweizer Qualität und Präzision zu chinesischen Preisen. Ebenso verhält es sich mit der von Trittibach gestellten ja/nein Frage und der geforderten präzisen Antwort. Es erstaunt mich sehr, dass einer der von sich selbst behauptet, dass er die asiatische und im speziellen chinesische Kultur kenne, eine solche Frage überhaupt wagt zu stellen. Weiss doch beinahe jedes Kind in der Schweiz, dass solche Antworten einem Chinesen nie und nimmer gestellt werden dürfen. Glauben Sie mir Herr Trittbach: auch Chinesen können unter angenehmen Arbeitsbedingungen (wie sie z.Bsp. in der Schweiz herrschen) viel besser arbeiten.

Gerard Dubois versucht es mit anderen Methoden. Er schreit seine Mitarbeiter kategorisch und in schlechtem Englisch lieber an. So hofft er, dass sein, von ihm als dumm dargestelltes, chinesisch Personal mehr leistet. Die Rechnung wird in den ersten paar Monaten wohl aufgehen, keine Frage. Aber langfristig können solche Methoden die Moral der Mitarbeiter nicht stärken und somit das Unternehmen nicht weiterbringen. Die Zeiten des Kommunismus und der Unterdrückung gehen auch in China und erstrecht in Hongkong dem Ende zu. Vieleicht, lieber Herr Dubois, würde Ihnen eine Reise nach Europa wiedermal gut tun um zu sehen wie es auch geht. Und vergessen Sie bitte eines nicht: Sie sind ein schweizer Botschafter ob Sie es wollen oder nicht. Also verhalten Sie sich doch aus so.

Und dann ist da noch Erwin Herren. Der einzige, der es wirklich schafft den Spagat der Kulturen zu meistern. Well done, Herr Herren!

zum Nachlesen:
Dok, SF1

Alter Kaffee - und trotzdem nichts gelernt


Es ist doch schon erstaunlich: da kann sich die ganze Schweiz zu der absudrden 5-Franken-Idee von Frau Bartholdi mit Abneigung und Verachtung äussern und sie in die Versenkung schicken. Trotzdem kommt die gute Frau nicht von den absurden Ideen los. Zwar hat sie eingesehen, dass es keinen Sinn macht "Eintritt" in die Kaffees zu verlangen, aber leider nicht, dass nicht sie Ideen produzieren muss sondern die Cafetiers selbst.
Wenn eine Industrie eine Obrigkeit benötigt, welche fortlaufend vorschreibt was getan werden muss um den Umsatz zu steigern, kann doch etwas nicht stimmen, oder?

Wie ich finde hat Herr Rothenbühler in der aktuellen Mailbox (Weltwoche Nr. 41, 2006) richtig bemerkt, dass es uns Konsumenten eigentlich egal sein kann wenn die Kaffees mangels Umsatz eingehen. Es kann uns sogar recht sein, da dies (das ist mindestens zu hoffen), die Ideenschmieden zu neuen, urbanen Konzepten anregen dürfte.

Starbucks, als Paradebeispiel, hat sich den Kundenservice und das herstellen von köstlichen Kaffees (mit Schweizer Qualitätsmaschinen, übrigens) prominent auf die Fahne geschrieben. Dort stehen die Leute sogar in der Schlange um einen Kaffee ab Fr. 5.80 zu bekommen - und dies nicht nur in der Schweiz sondern all arround the world!

Also Frau Bartholdi: geniessen Sie doch Ihren nächsten Kaffee bei Starbucks. Gemahlen und gebrüht mit einer Schweizer Maschine. Denn so unterstützen Sie die schweizer Wirtschaft als ihr zu schaden. Und wer weiss - vieleicht kommt ihnen ja dort die brühendheisse Idee für die Zukunft ihrer Cafetiers.

zum Nachlesen:
Vom Reiz inszenierter Welten
Swiss made - Kaffeemaschinen von Thermoplan